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Die Geschichte von SHRC

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Geschrieben von: admin
Kategorie: Die Geschichte
Veröffentlicht: 08. Juli 2026
Zugriffe: 56
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PA • Studio • Musik • Elektronik

Die Geschichte von SHRC

Manchmal werde ich gefragt, wie SHRC eigentlich entstanden ist. Die kurze Antwort lautet: gar nicht – zumindest nicht an einem bestimmten Tag.

SHRC ist vielmehr das Ergebnis von ungefähr 50 Jahren Musik, Technik, vielen verrückten Ideen, einigen Fehlentscheidungen, jeder Menge gelöteter Kabel und noch mehr schlaflosen Nächten.

Damals versuchte ich mich als DJ auf Hochzeitsfeiern. Zusammen mit meinem Dad baute ich zwei Monsterboxen, einen DJ-Tisch mit zwei Plattenspielern und zwei Kassettendecks. Das Mischpult entstand natürlich ebenfalls in Eigenbau. Meine Ausbildung als Elektroniker war dabei nicht ganz von Nachteil.

Nach ein paar Jahren wurde mir das allerdings zu langweilig. Schließlich war ich fest davon überzeugt, irgendwann ein weltbekannter Rockstar zu werden.

Also versuchte ich mich an Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang. Für mehr als eine Schüler-Punkband reichte es allerdings nicht.

Nach einer Weile – und mit fortschreitender Mumifizierung – gab ich alles, was mit Instrumenten zu tun hatte, wegen akuter Talentfreiheit wieder auf.

Meine Begeisterung für Musik blieb jedoch. Also steckte ich weiterhin einen Großteil meines Geldes in Schallplatten und Konzertbesuche. Na gut ... Motorräder kamen auch noch dazu und hatten über viele Jahre sogar Vorrang.


Eines Abends ging ich in eine Kneipe, weil dort ein Kumpel mit seiner Band spielen sollte.

Kaum war ich da, sprach er mich an:

„Kannst du dich hinter das Mischpult stellen? Unser Techniker ist nicht gekommen.“

Obwohl ich den Eintritt bereits bezahlt hatte, erklärte ich mich bereit.

Rückblickend war genau dieser Moment wahrscheinlich einer der entscheidendsten meines Lebens.

Ich hatte plötzlich meinen eigenen abgesperrten Bereich, musste mich nicht mitten durch das Gedränge kämpfen und durfte – zumindest damals – so laut machen, wie mein Finger es gerade wollte. Von Lärmschutzauflagen oder Pegelbegrenzungen war in den 90ern noch deutlich weniger zu spüren als heute.

Soundtechnisch war der Abend allerdings eine mittlere Katastrophe.

Ich fand den Sound damals gar nicht so schlecht.

Einer der Musiker sah das allerdings völlig anders:

„Noch so ein Auftritt und ich mache nie wieder Musik!“

Das war vermutlich der Satz, der meinen Ehrgeiz endgültig geweckt hat.

Von da an besuchte ich noch mehr Konzerte. Diesmal allerdings mit anderen Augen. Ich achtete darauf, wie andere Tontechniker arbeiteten, welche Mikrofone sie verwendeten, wie sie mischten und wie sie Probleme lösten. Wenn sich die Gelegenheit ergab, kam ich mit ihnen ins Gespräch und bekam den einen oder anderen wertvollen Tipp.

Theoretisch wusste ich nun langsam, wie das Ganze funktionieren sollte.

Praktisch fehlte allerdings noch eine Kleinigkeit:

Equipment.


Also kaufte ich mir mein erstes Mischpult.

16 Kanäle. Drei-Band-EQ. Zwei AUX-Wege. Ende.

Damals war das in der Amateurklasse schon eine ziemlich beeindruckende Ausstattung.

Der Kumpel brachte eine Monitorbox, zwei 12/2-Topteile auf Hochständern und das passende Amping mit. Für die Folk-Geschichten, die wir damals machten, reichte das erst einmal völlig aus.

Meine Heimatstadt hatte schon immer eine große Folk-Szene, besonders im Bereich Irish- und Scottish-Folk. Mit wenigen Mikrofonen und einer überschaubaren Anlage ließ sich das ganz gut beschallen.

Zumindest dachte ich das.

Es dauerte nicht lange, bis ich merkte, dass man mit zwei Mikrofonstativen und fünf Mikrofonkabeln nicht besonders weit kommt. Spätestens bei Rockbands war damit ganz schnell Schluss.

Mehr Mikrofone.Mehr Stative.Mehr Kabel.

Aus Kostengründen kaufte ich Mikrofonkabel „auf der Rolle“ und verbrachte unzählige Nächte mit Lötkolben, Steckern und Schrumpfschlauch.

Damals hieß „Plug & Play“ meistens: Erst mal den Lötkolben suchen.


Mit den beiden Gesangsboxen auf Hochständern war allerdings auch irgendwann Schluss. Es fehlte einfach der Druck. Also mussten Bässe her.

Wie es der Zufall wollte, hatte der örtliche Musikalienhändler gerade zwei Bandpass-Subwoofer im Angebot.

Mein Kollege, dem die Topteile gehörten, war zwar voller Begeisterung, aber chronisch klamm. Also kaufte ich die beiden Bässe kurzerhand selbst.

Die passende Endstufe entstand – wie sollte es auch anders sein – wieder in Eigenbau.

Nebenbei baute ich aus den Lautsprechern meiner ehemaligen DJ-Anlage zwei Monitorboxen und kaufte bei einem Elektronikhändler noch eine gebrauchte Aktiv-/Passiv-Monitorkombination.

Irgendwie wurde das Equipment immer mehr. Ganz unauffällig. Ich glaube, jeder Tontechniker kennt dieses Phänomen: Man kauft „nur noch schnell“ ein Mikrofon – und ein paar Jahre später besitzt man plötzlich einen Lkw voll Material.


Zu dieser Zeit war ich hauptsächlich mit einer Folk-Rock-Band unterwegs.

Dann kamen das erste Effektgerät und ein Kompressor dazu.

Mit dem Kompressor konnte ich zwar überhaupt nichts anfangen ... aber erst mal haben.

Verstehen konnte ich ihn später immer noch.


Irgendwann trennten sich unsere Wege. Nicht wegen der Musik, sondern wegen unüberwindbarer Meinungsverschiedenheiten.

Für mich war allerdings schnell klar: Aufgeben war keine Option. Also mussten jetzt eigene Topteile her. Natürlich inklusive passendem Amping.

Ich entschied mich für 15/2-Boxen eines namhaften Herstellers.

Mit der Kombination aus den vorhandenen Bässen war ich nie so richtig glücklich. Die Zuschauer schienen das allerdings deutlich entspannter zu sehen als ich.

Beschwert hat sich jedenfalls niemand.


Mittlerweile hatte ich mich als Haustechniker in zwei Musikkneipen etabliert und war regelmäßig im örtlichen Jugendzentrum unterwegs.

Die Anfragen wurden langsam mehr.

Dann meldete sich plötzlich auch noch der örtliche PA-Verleiher. Ob ich nicht eine Bühne beim Stadtfest übernehmen könnte.

Natürlich konnte ich.

Also musste wieder neues Material her. Diesmal etwas größer.

Ein bisschen größer.Na gut ...

Vier 15/3-Topteile eines deutschen Herstellers und vier direkt abstrahlende 18-Zoll-Bässe italienischer Herkunft. Diesmal allerdings ohne Eigenbau-Endstufen.

Irgendwann musste auch mal Schluss mit der Bastelei sein. Außerdem war ich da in Leistungsklassen vorgestoßen, wo noch nie ein Mensch gewesen ist ... ach nee, wo sich ein Selbstbau nicht mehr lohnt.


Neben der Folk-Rock-Band meldete sich eine Country-Band. Einige Mitglieder kannte ich bereits aus der Folk-Szene.

Warum ausgerechnet ich? Keine Ahnung. Ich erklärte ihnen mehrfach, dass Country nun wirklich nicht meine Lieblingsmusik sei.

Das schien sie überhaupt nicht zu interessieren.

Sie wollten einfach nur, dass ich ihren Sound mache.


Als sich die Folk-Rock-Band schließlich auflöste, kam eine Rockabilly-Band dazu.

Mit ihr war ich dann viele Jahre unterwegs. Meistens in kleinen Kneipen. Mit entsprechend kleinen Anlagen. Aber genau dort lernt man oft sehr viel: in kleinen Locations, in denen man aus wenig Material möglichst viel herausholen muss.


Die Jahre vergingen, das Equipment wurde immer mehr und die Veranstaltungen langsam größer.

Aus den kleinen Kneipen wurden Stadtfeste, aus den paar Mikrofonen wurden irgendwann ganze Cases voller Material und irgendwie sprach sich herum, dass da jemand war, der den Laden schon irgendwie zum Laufen bekommt.

Nicht immer perfekt.Aber zuverlässig.

Zwischendurch fragte ich mich zwar manchmal, wie ich das ganze Zeug eigentlich transportieren sollte, aber erstaunlicherweise findet sich für jedes neue Case irgendwann auch noch irgendeine Ecke im Anhänger.

Oder man kauft eben einen größeren Anhänger.


Zehn Jahre lang machte ich einmal im Jahr den Monitormix auf einem Open-Air-Festival.

Das war jedes Mal ein verlängertes Wochenende mit sehr wenig Schlaf, vielen Kilometern Kabel und jeder Menge Adrenalin.

Wenn morgens die Sonne aufging und man immer noch auf den Beinen war, wusste man zwar nicht mehr genau, welcher Wochentag gerade war, aber irgendwie hatte das auch seinen Reiz.

Nebenbei war ich weiterhin als Haustechniker in den Kneipen unterwegs – jedenfalls immer dann, wenn es die Zeit zuließ.


In einer dieser Kneipen spielte regelmäßig eine Folk-Rock-Band, die deutlich erfolgreicher war als die Gruppen, mit denen ich bis dahin unterwegs gewesen war.

Für diese Band stellte ich einmal im Jahr die komplette Anlage.

Irgendwann trennten sie sich von ihrem bisherigen Techniker. Kurze Zeit später klingelte bei mir das Telefon. Der Manager fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, zukünftig als fester Techniker mit der Band zu arbeiten.

Meine erste Reaktion war eher zurückhaltend.

Einmal im Jahr Flöten, Pipes, Akkordeon und alles, was sonst noch zur Besetzung gehörte, waren völlig in Ordnung.

Aber jedes Wochenende? Ich bin schließlich Rocker. Ich war mir da nicht so sicher.

Also antwortete ich:

„Ich schaue mir das erst einmal an. Dann sehen wir weiter.“

Aus diesem „erst einmal“ wurden schließlich fast 17 Jahre. Allein in den ersten anderthalb Jahren spielten wir ungefähr 80 Konzerte. Damit war ziemlich schnell klar, dass für andere Bands kaum noch Zeit blieb.

Also konzentrierte ich mich vollständig auf diese eine Band.


Mit den immer größer werdenden Veranstaltungen kam irgendwann auch meine Anlage an ihre Grenzen. Also musste wieder aufgerüstet werden.

Die bisherige PA wurde verkauft und durch etwas ersetzt, das man heute wohl als „leicht überdimensioniert für einen Privaten“ bezeichnen würde.

Acht Basshörner.

Vier Horn-Tops.

Rund acht Kilowatt.

Plötzlich war nicht mehr die Band das Schwerste an einem Wochenende, sondern das Ein- und Ausladen.

Wer schon einmal ein Endstufenrack getragen hat – keine digitalen Geräte, sondern die guten alten Eisenschweine – weiß vermutlich ganz genau, wovon ich rede.

Und wer es noch nie gemacht hat ... darf das ruhig so lassen.


Ende 2025 war schließlich Schluss. Nicht, weil mir die Musik keinen Spaß mehr machte.

Ganz im Gegenteil.

Aber irgendwann setzt einem der eigene Körper Grenzen, die man nicht einfach wegdiskutieren kann. Die Live-Produktionen mit der Hornanlage werde ich deshalb deutlich zurückfahren – vielleicht sogar ganz aufgeben.

Die kleineren Anlagen bleiben erst einmal. Und das Studio sowieso. Dort macht mir die Arbeit nach wie vor genauso viel Spaß wie früher. Vielleicht sogar mehr.

Denn im Studio geht es nicht darum, kurzfristig den Finger am richtigen Fader zu haben, damit es nicht ganz so sch... klingt, sondern darum, gemeinsam mit einer Band das Beste aus ihrer Musik herauszuholen.

Ich wollte eigentlich Rockstar werden. Geworden bin ich der Mann hinter dem Mischpult. Rückblickend war das die bessere Entscheidung.


Während die Live-Veranstaltungen immer größer wurden, entwickelte sich fast nebenbei noch ein weiterer Bereich. Eigentlich gehörte beides schon immer zusammen.

Wenn eine Band auf der Bühne gut klingt, möchte sie irgendwann auch eine vernünftige Aufnahme haben. Also begann ich Ende der 90er-Jahre, Bands aufzunehmen.

Ich kaufte mir eine 8-Spur-Soundkarte und fuhr damit direkt in die Proberäume der Bands. Alles, was sich dort aufnehmen ließ, wurde dort aufgenommen.

Alles, was später noch fehlte, entstand bei mir im Wohnzimmer.

Heute kaum vorstellbar. Damals funktionierte das erstaunlich gut.


Irgendwann wurden acht Spuren allerdings zu wenig. Also musste auch hier wieder aufgerüstet werden. Ein ADAT-System mit 24 Spuren zog ein.

Ein Kollege besaß zufällig das gleiche System, sodass wir gemeinsam sogar 48 Spuren gleichzeitig hätten aufnehmen können.

Gebraucht habe ich das zwar nie.

Aber beruhigend war der Gedanke schon. Man weiß ja nie.


Mit den Jahren sammelte sich immer mehr Equipment an. Nicht nur für Live-Auftritte, sondern auch für Aufnahmen.

Irgendwann wurde allerdings selbst meine Garage zu klein. Die PA belegte inzwischen den größten Teil des Platzes. Also mietete ich einen Lagerraum.

Natürlich blieb es nicht lange nur ein Lagerraum. Relativ schnell entstand daraus ein kleines Tonstudio.

Es gab einen Aufnahmeraum, in dem sich die Musiker den Platz mit meinem Equipment teilen mussten. Zum Glück war der Raum groß genug, sodass das sehr gut funktionierte.

Daneben richtete ich einen separaten Regieraum ein. Eine Wand mit Fenster wurde eingezogen – so, wie man es immer im Fernsehen sieht, wenn es um ein Tonstudio geht.

Aufgenommen wurde zunächst über mein Live-Mischpult. High-End war das vielleicht nicht. Aber es funktionierte.

Und die Bands waren zufrieden. Das zeigt auch die Tatsache, dass ich viele „Wiederholungstäter“ hatte.

Im Durchschnitt hatte ich ungefähr eine Band pro Monat im Studio. Im Grunde bezahlten sie damit meine Miete. Mehr sollte es auch gar nicht sein.


Wie so oft hielt dieser Zustand allerdings nicht ewig.

Nach einigen Experimenten mit verschiedenen Studiomischpulten ergab sich 2009 eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen konnte.

Also setzte ich mich ins Auto und fuhr nach Wales. Dort kaufte ich ein großes Mischpult aus einem Post-Production-TV-Studio.

Genau dieses Pult steht heute noch in meinem Studio. Und ich arbeite nach wie vor sehr gerne damit.

Zweckentfremdet wurde es allerdings trotzdem ein paar Mal. Bei einem Festival durfte es zeigen, dass es sich auch als FOH-Pult nicht schlecht macht.


Leider wurde mir der Lagerraum irgendwann gekündigt.

Offiziell wegen der lauten Musik. Was mich bis heute etwas schmunzeln lässt. Der Raum lag mitten in einem Industriegebiet. Dort wohnte weit und breit niemand.

Aber manchmal gewinnt eben nicht die Logik.

Also musste alles raus.

Das komplette Studio.

Die komplette Technik.

Verteilt auf mehrere Räume und Lager stand das Studio-Equipment fast zwei Jahre unbenutzt herum.


Dann fragte plötzlich wieder eine Band nach einer Aufnahme. Damit war die Sache eigentlich entschieden.

Ein neues Studio musste her.

Also machte ich mich erneut auf die Suche und fand schließlich die Räume, in denen ich bis heute arbeite.

Ganz perfekt ist es allerdings auch dort nicht. Der Vermieter investiert seit Jahren nichts mehr in das Gebäude. Deshalb schaue ich mich inzwischen wieder nach etwas Neuem um.

Oder ...vielleicht genieße ich irgendwann einfach den Garten und fiebere ganz entspannt der Rente entgegen.Wobei ...

Wer mich kennt, weiß vermutlich, dass ich auch dann wieder irgendein neues Projekt anfange.

Die Geschichte geht weiter ...

Die Geschichte von SHRC ist damit noch lange nicht zu Ende.

Es warten noch einige Projekte darauf, fertiggestellt zu werden. Manche Ideen liegen seit Jahren in der Schublade, andere entstehen spontan – meistens dann, wenn ich eigentlich gar keine Zeit dafür habe.

Solange mir neue Ideen einfallen, wird sich auch diese Seite ständig weiterentwickeln.

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